Jean Liedloff - Vortragsreihe Kontinuum-Konzept
31. August 1995, Kindergarten-Symposion, A-3100 St. Pölten
6.-8. September 1995, Bio-Haus Walsberg, A-3264 Gresten, +43(7485)317
von Wolfgang A. Orlik
 

Als Autorin des erfolgreichen Buches "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück" hat Jean Liedloff im Herbst 1995 verschiedene europäische Länder besucht und hier Vorträge gehalten und Seminare veranstaltet. Die in St. Pölten und Gresten (Niederösterreich) gehaltenen Vorträge wurden sinngemäß zusammengefaßt und in strukturierter Form nachstehend wiedergegeben.

Jean Liedloff - eine Psychotherapeutin aus den USA - hat in mehreren Expeditionen südamerikanische Yequana-Indianer besucht und war von deren Glücksfähigkeit und Harmonie fasziniert. Sie hat die Grundlagen dafür studiert und sie mit den Verhaltensweisen in der westlich zivilisierten Welt und deren Auswirkungen verglichen. In ihrem Buch beschreibt sie ihre Erfahrungen mit den Indianern und faßt deren Lebensweise als Kontinuum-Konzept zusammen.

Kontinuum-Kinder und -Menschen zeichnen sich durch verschiedene Merkmale aus. Sie sind ausgeglichen und fröhlich, stets zufrieden und glücklich, und ohne innere Aggressionen. Sie streiten nicht und haben wenig Konflikte, im Gegensatz z.B. zu der Gier unserer Kinder und Erwachsenen nach Gewalt (im Fernsehen), die einer inneren Aggression in uns entspringt. Jean Liedloff hat Yequana-Kinder nie streiten gesehen, Babys haben auch nie geschrien, höchstens kurz gewimmert. Die Babys wurden 24 Stunden am Körper getragen, auf der Hüfte (an einer Hand baumelnd oder am Bein schaukelnd). Es bestand immer und bei allen Tätigkeiten Körperkontakt. Die Babys wurden oft auch von anderen Frauen und Kindern getragen, sodaß die Mutter entlastet wurde. Yequana-Babys haben auch keine Drei-Monats-Koliken, die bei unseren Babys als normal und unvermeidlich angesehen werden.

Die weit verbreitete Einstellung zu Kindern in der westlich zivilisierten Welt ist oft folgende: Kinder brauchen Disziplin. Jungen werden immer Jungen bleiben, auch wenn sie aggressiv sind. Babys müssen in eigenen Bett schlafen. Was wir (westlich zivilisiert) als normal bewerten, ist oft nicht normal im Sinne der menschlichen Natur. Unser Instinkt wird unterdrückt durch vermeintliches Fachwissen der Experten. Je mehr wir wider die Natur handeln, desto "unwohler" werden sich alle fühlen.

Was aber tun wir ? Wenn ein Baby geboren wird, nach der Geburt, in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, behandeln wir Kinder meistens entgegengesetzt der Natur. Mütter unterdrücken ihren natürlichen Instinkt und lassen sich zusehr von vermeintlichen Ratgebern zu Handlungen gegen die Babys verleiten. Mangelnder Körperkontakt, mangelndes Vertrauen und unkontrolliertes Disziplinieren sind für eine gesunde Entwicklung des Kindes abträglich. Wenn in den ersten 12 Monaten eine sogenannte Erziehung durch Diziplinierung (z.B. Schreien lassen) vorherrscht anstelle einer ausschließlichen Erfüllung aller Bedürfnisse des Babys, nehmen die Kinder an der Persönlichkeit Schaden. Oft zollen wir den Kindern nicht den gebührenden Respekt. Nicht zuletzt unterbindet unsere Bildungssystem natürliches Lernen.

Jean Liedloff spricht in ihren Vorträgen von verschiedenen Empfehlungen, die für das Kontinuum-Konzept bedeutend sind:

 

1. Habe Respekt, für das Kind, für die Natur, für Dich selbst.

 

2. Vermittle dem Baby / Kind stets das Gefühl, "wertvoll " und "willkommen" zu sein.

 

3. Ermögliche Deinem Baby (im Idealfall) 24 Stunden Körperkontakt, zumindest solange das Baby nicht krabbelt.

 

4. Habe Vertrauen und Zutrauen zum Baby / Kind.

 

5. Tue nichts für das Kind, was es selbst tun kann (in liebevoller und konsequenter Haltung).

 

6. Diszipliniere Dein Kind nicht unnötig.

 

7. Es liegt in der Natur eines Kindes, von sich aus zu lernen. Es ist nicht natürlich, etwas zu
lehren.

8. Kindergarten und Schule:

 

9. Zusammenfassung und Ausblick:

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Verhindertes Krabbeln hat negativen Auswirkungen auf dies Sprachentwicklung (Stotterer sollen krabbeln, singen (Glenn Doman)

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Test welche ist die dominante Seite: zugespielten Ball mit einem Fuß zurückkicken ( = dominanter. Fu0ß)

Daumen Zeigefinger bildet Ring, durchschauen, auf entferntes Detail, Ring verkleinern , welches

Auge schaut = dominanter. ----------------

Wenn z.B. unsere Babys nach dem Trinken der Muttermilch bzw. der Fertigmilch Verdauungsbeschwerden bekommen, betrachten wir dies als normal. Mitunter werden Babys vom Körper der Mutter ferngehalten, denn es könnte ja die Mutter anspeien. Eigenartigerweise bekommt nur die menschliche Spezies vom Trinken der Muttermilch Koliken.

(c) Wolfgang A. Orlik, 1995


Herr Wolfgang Orlik war so nett, uns diese wunderbaren Zusammenfassung zur Verfügung zu stellen. Es gibt einen kurzen, übersichtlichen Überblick über die Thesen von Jean Liedloff, die nicht nur für Anfänger nützlich sind. Auch Eltern die das Buch schon vor längerer Zeit gelesen haben profitieren sehr von diesem Text. Sollten Fragen auftreten könnt ihr euch mit Wolfgang in Verbindung sezten. Herzlichen Dank an Wolfgang!!

Wolfgang A. Orlik
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